Der Imam
Der Imam ist der Vorbeter des islamischen Gebets. Sein Arbeitsplatz ist die Moschee. Imam ist ein Ehrentitel für eine Muslim. Nach der Auffassung der Schiiten ist der Imam der jeweilig legitime Nachfolger des Propheten Mohammad.
In der schiitischen Vorstellung erbt der Imam dabei ein geheimes Wissen, sowie ein Verständnis für den Koran. Gleichzeitig besitzt er auch noch eine exklusive Autorität in der Interpretation des Korans, sowie die Aufstellung eines islamischen Rechtsystems.
Ein Imam wird darüber hinaus seit dem 9. Jahrhundert als ma'sum betrachtet - der perfekte und zudem gleichzeitig auch noch unfehlbare Interpret, Richtungsweiser und Verfechter der Religion.
Derartige geistige Führer gelangten in der Vergangenheit in der islamischen Welt auch immer wieder an die Macht von ganzen Staaten. So zum Beispiel etablierte sich um 1600 herum ein erbliches Imamat im Süden des Jemen in der Nähe von Sanaa. Dieses wurde jedoch 1872 vom Osmanischen Reich unterworfen. Regional dürfte es jedoch seine Macht beibehalten.
Aus dem Imamat, das nach dem Niedergang des Osmanischen Reiches nach dem ersten Weltkrieg die Unabhängigkeit des Norden von Jemens proklamierte, wurde 1926 das Königreich Jemen. Erst durch einen Militärputsch 1962 wurde die Dynastie der Imame, bzw. Könige aus dem Hause Banu'l Qasim gestützt.
Die Imame - ausgebildet in der Türkei - werden auch nach Deutschland gesandt, um dort in den Moscheen zu predigen. Am Goethe-Institut in kommen Imame vom Amt für religiöse Angelegenheiten. Sie bereiten sich hier mit Deutschkurse auf ihren Einsatz in Deutschland vor. Es handelt sich bei den Imamen um Studierte, die für eine halbes Jahr lang einen derartigen Deutschkurs besuchen.
