Konya

Konya, Hauptstadt der Seldschuken, Industriestandtort und Universitätsstadt. Die Metropole im Zentrum Zentralanatoliens liegt auf einer Hochebene, etwa 1200 Meter über dem Meeresspiegel. Einige Ausläufer des Taurus-Gebirges überragen die Stadt, die bereits in der Bibel Erwähnung fand. Konya geht wie viele türkische Städte auf eine römische Siedlung zurück, Siedlungsüberreste und in Museen ausgestellte Fundstücke belegen die Geschichte. Zudem fand die Stadt sowohl in der Apostelgeschichte als auch bei den Reisen des Apostels Paulus Erwähnung, was ihren Status als Titularerzbistum der römisch-katholischen Kirche erklärt. Ikonion, wie Konya lange genannt wurde, war ab dem 11. Jahrhundert Hauptstadt der Seldschuken. Übrigens: schon Kaiser Barbarossa kam hier auf seinem Dritten Kreuzzug bei der Schlacht von Ikonion vorbei.

Als Wahrzeichen der Stadt gilt das Mausoleum von Mevlana Dschalal ad-Din Rumi. Er war es, der den Mevlevi-Orden gründete und seiner Stadt damit zu unerwartetem Ansehen verhalf. Diesem Orden gehören nämlich Sufis an, die sich zur Musik der Ney, einer Längsflöte, um die eigene Achse drehen und so in Trance geraten. In Form dieses Tanzes, bei dem eine Hand nach oben zeigt, um den Segen Gottes zu empfangen und eine Hand nach unten zeigt, um ihn der Welt zu spenden, verrichten die Mevlevi-Sufi ihr Gebet. Mit der Säkularisierung des Staates durch Atatürk wurde die Ausübung der Tänze verboten, ebenso wie die Verbreitung der von Atatürk eigentlich verehrten mystischen Lehre des Sufismus. Seit 1954 darf der Tanz jedoch wieder aufgeführt werden, wenngleich auch nicht im Mutterhaus des Ordens. Heute gilt Konya auch unter Touristen als das Zentrum des Sufismus und die Heimat der "tanzenden Derwische", die mittlerweile zur Touristenattraktion geworden sind.

Aber die Stadt hat mehr zu bieten als ein Mausoleum und Tänze: hier finden sich ganz außergewöhnliche Bauwerke der Seldschuken, in der Nähe von Konya sieht man Überreste einer der ältesten Siedlungen der Menschheitsgeschichte. Zahlreiche Museen laden zu mehr Information und Dialog ein, zahlreiche Baudenkmäler und Moscheen zum Staunen und Bewundern. Die Stadt in der Steppe ist dabei kein bisschen verschlafen: Industrie und Universität sorgen für Leben in den Straßen von Konya.

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