Osmanisches Reich

Wenn die Bezeichnung Osmanisches Reich fällt, denken wir automatisch an die Türkei, oftmals assoziieren wir das eine auch mit dem anderen. Das Osmanische Reich, das heißt Sultane und Reichtümer, Belagerung von Wien und Weltmachtanspruch. Tatsächlich kam diesem Reich bis zum 17. Jahrhundert eine Schlüsselrolle beim Warenverkehr zwischen Asien und Europa, dem Mittelmeerraum und dem Schwarzem Meer zu. Keine große Handelsroute, die nicht durch osmanisches Gebiet verlief und Geld in die Kassen von Händlern und Städten spülte. Aber auch als machthungrig waren die Osmanen bekannt: nicht umsonst sprach man in Europa lange von der Türkengefahr.

Die Osmanen-Dynastie wurde bereits 1299 mit Osman I. begründet. Er war der Führer eines Turkstammes, der sich vom Sultanat Rum lossagte und in langen und blutigen Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen schließlich die Oberhand unter den Turkstämmen errang. In Feldzügen, die bis 1402 dauerten, drangen die Osmanen bis auf den Balkan vor. Ihre Macht manifestierten sie mit der Eroberung Konstantinopels und damit von Byzanz im Jahr 1453. Dieser Punkt wird häufig als Wendepunkt in der türkischen Geschichte interpretiert: er bedeutet das Ende des mittlerweile ohnehin bedeutungslosen Byzantinischen Reiches und markiert auch das Ende des türkischen Mittelalters. Der neu errichtete Topkapi-Palast wurde zum Sitz der osmanischen Sultane. Als besondere Genugtuung galt die Umwandlung der Hagia Sofia in die Moschee Ayasofya. Seit dem 7. Jahrhundert war die Sofienkirche Krönungskirche der byzantinischen Kaiser und von hoher Bedeutung sowohl für die orthodoxen Christen als auch für das Byzantinische Reich gewesen. Nun wurde das letzte bedeutende Bauwerk der römischen Spätantike zur Hauptmoschee der Osmanen. Der Herrscherwechsel bedeutete also auch einen Wechsel der Staatsreligion vom Christentum hin zum Islam.

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