Türkei - ein einzigartiges Erlebnis
Die Türkei ist ein traumhaftes Reiseland. Natur, Kultur, Klöster, Moscheen, weite Landschaften, blauer Himmel, Meer und gastfreundliche Menschen – man weiß gar nicht, was man zuerst nennen soll. Hier kommt jeder Reisende ins Träumen. Ich hatte das Glück, mit meinem Vater im letzten Jahr eine Rundreise durch die Ost-Türkei machen zu dürfen. In zwei Wochen haben wir so Vieles erlebt, dass wir noch heute davon zehren. Davon will ich berichten.
Unser Urlaub begann in Kappadokien. Wir landeten in Kayseri und waren sofort begeistert von den zipfeligen Gipfeln, die diese besondere Landschaft prägen. Schon am nächsten Morgen ging es los. Wir fuhren nach Hattusas, ehemals wichtiges Zentrum der Hethiter. Die Stadt wird geprägt durch unzählige Tempel und Paläste. Die Stadtmauern stammen sogar noch aus der Bronzezeit. Weiter geht es nach Yazilikaya zu den berühmten Felsreliefs.
Über das Canik-Gebirge hinweg fahren wir weiter an die Schwarzmeerküste, nach Trabzon. Unterwegs reihen sich Teeplantagen an Teeplantagen. Unbedingt sehenswert in Trabzon: die Hagia Sophia. Sie war ein ehemaliges Kloster, das zu byzantinischer Zeit seine größte Bedeutung hatte. Abzulesen ist dies an seinem prunkvollen Kuppelraum. Vor lauter Begeisterung ist bereits mein erster Film voll.
Nach so viel Historie genießen wir die schöne Landschaft auf der Fahrt nach Sumela. Wir folgen einer uralten Karawanenstraße, die uns immer weiter ansteigend zum Kloster führt. Sumela ist direkt unterhalb einer Felswand errichtet. Es ist nicht nur eines der bedeutendsten, sondern auch das älteste orthodoxe Kloster Anatoliens.
Durch die einzigartige Berglandschaft Anatoliens fahren wir weiter. Überall grünt und blüht es. Es duftet nach Aprikosen und Maulbeeren. Nächster Halt ist in Erzurum, der Hauptstadt der Ost-Türkei. Hier dürfen wir die theologische Hochschule besuchen. Besonders beeindruckt haben uns die Minarette. Alle sind prachtvoll mit Fayencen verziert.
Weiter geht es zu meinem persönlichen Highlight: Wir besuchen an der türkisch-armenischen Grenze die Garnisonsstadt Kars, auch „Stadt der 1001 Kirchen“ genannt. Die Stadt Kars ist von Grund auf geplant und strategisch angelegt – ein Meisterwerk armenischer Architekten. Nichts wurde hier dem Zufall überlassen. In der Nähe ist Ani, deren Ausgrabungsstätten unbedingt einen Besuch lohnen.
Wer nach den ersten Tagen schon dachte, dass die Eindrücke und Sehenswürdigkeiten nicht mehr zu übertreffen seien, der irrt gewaltig.
Der Ishak-Pasa-Palast in Dogubeyazit ist eines der weiteren Sehenswürdigkeiten, die jeden Reisenden tief beeindrucken. Diese riesige Palastanlage vereint unterschiedlichste Stile aus unterschiedlichsten Epochen. Der Palast hat nicht nur ein eigenes türkisches Bad, ein Hamam, sondern auch eine eigene Moschee, eine eigene Bibliothek und einen eigenen Bezirk für den Harem. Selbst ein Gefängnis befindet sich hier. Der Palast ist wie eine kleine Stadt in der Stadt. Wie es hier wohl vor Jahrhunderten aussah? Wie viele Menschen hier wohl gelebt haben? Man kann es sich kaum vorstellen. So vielseitig und schön habe ich mir die Türkei nicht vorgestellt.
Unser nächstes Ziel: Van am Van-See. Van war ursprünglich eine Festung, tief in den Felsen gebaut. Im Innern der Festung befindet sich die berühmte Moschee Sultan Süleymans dem Prächtigen. Sie steht natürlich auf unserem Besichtigungsplan ganz oben an. Am nächsten Morgen geht es raus auf den Van-See. Ein kleines Boot bringt uns zur Klosterinsel. Anders als bisher finden sich im Inselkloster Akdamar nicht nur religiöse, sondern auch weltliche Darstellungen. In vielen Bildern wird vom Leben im Palast erzählt, von der Jagd und von den gefangenen Tieren.
Wie gern würde man verweilen, doch die Fahrt geht weiter. So vieles gibt es noch zu sehen. Der nächste Stopp ist Hasankeyf am Tigris. Hier blicken wir auf die Überbleibsel der riesigen Tigrisbrücke und den Burgberg. Im Hintergrund wie immer Minarette.
Und bald schon steht das einzigartige Erlebnis dieser Reise schlechthin bevor. Zum Schluss werden wir den Sonnenaufgang auf dem Nemrud Dag erleben. Mitten in der Nacht stehen wir auf und wandern Stunde über Stunde im Dunkeln bergan. Dann plötzlich sind sie da: die berühmten Statuen der Götter. Und dann geht die Sonne auf und färbt die dunklen Kolosse erst tiefrot und dann gelb. Ein unbeschreibliches Erlebnis. Allein das ist eine Reise in die Türkei wert!
