Überraschender Trip nach Alanya
Eigentlich war es mehr ein Witz, als wir den Kollegen meines Freundes aufforderten, uns in seine Heimat einzuladen. Wir wollten ihn nur ein wenig aufziehen, wer hätte jemals damit gerechnet das der wirklich ein Ferienhaus in einem kleinen Dorf, in der Nähe von Alanya, in der Türkei besaß, und uns, gastfreundlich wie er war, auch sofort dahin eingeladen hätte. Nun, auch nach dem wir ihm erklärt hatten, das wir eigentlich nur ein wenig lustig sein wollten, bestand er weiterhin darauf, das wir seine Heimat kennenlernen sollten. Wir beide hatten zwar ein schlechtes Gewissen ihn so unter Druck gesetzt zu haben, mussten dann aber doch akzeptieren, um ihn nicht zu beleidigen. Ahmad war scheinbar nicht nur sehr gastfreundlich, sondern auch recht schnell beleidigt wenn man ihm versuchte klar zu machen, das man so schnell gar keinen Urlaub bekommen würde. Es dauerte ein wenig, aber wir bekamen beide frei, und machten uns, zusammen mit Ahmad auf den Weg.
Wir flogen also mit einer, mir unbekannten Airline nach Antalya, wo ich erstmal interessiert den Flughafen begutachtet. Immerhin waren wir nun mal wieder in einem anderen Land, und ich kannte die Türkei bisher nur aus dem Fernsehen, oder der Zeitung. Ahmad besorgte einen Mietwagen, während Holger, seit Jahren ein guter Freund, sich um das Gepäck kümmerte. Hätte ich geahnt, das wir die nächsten zwei Stunden mit dem Auto unterwegs sein würden, hätte ich meine Zeit sinnvoller genutzt. Schließlich verstauten wir alles, und fuhren los.
Der Verkehr war nur mäßig, und ermögliche es uns die Gegend ein wenig näher zu betrachten. Es ging lange Zeit vorbei an der Küste, dann aber doch ins Landesinnere. Die ganze Umgebung, und Natur erschien mir zwar als ein wenig exotisch, unterschied sich aber dann doch kaum von unserer Vegetation. Interessant wurde es, als wir in einem kleinen Dorf ankamen, das Ahmad seine Heimat nannte. Wirklich klein war dieses „Dorf“ nicht mehr. Avsallar, schien mir viel eher eine Touristenmetropole zu sein, und ein dörflicher Stil wollte so gar nicht aufkommen. Heute weiß ich natürlich das „Dorf“ nur untertrieben war, und Avsallar wirklich ein Touristenparadies mit einigen All Inklusive Hotels ist. Wir fühlten uns schon ein wenig verschaukelt, aber Ahmad schien das ganze zu amüsieren.
In den darauffolgenden Tagen erkundeten wir das „Dorf“ ein wenig, und machten uns ein wenig über die kulturellen Angebote her. Wir wollten uns nicht nachsagen lassen, wir hätten nur am Strand gelegen, aber auch hier kam wieder alles anders als geplant. Das kleine, wirklich nicht besonders große, Ferienhaus, in Ahmads Geburtsstadt Avsallar, bot uns genügend Platz, aber für drei Männer war es schon ein wenig eng, aber wir hielten uns sowieso nicht viel im Haus auf.
Avsallar das noch ca. 25 Kilometer von Alanya entfernt liegt, bietet einen hervorragenden Strand, von dem wir leider weniger hatten, als erhofft. Das saubere und helle Wasser ist ein Highlights das man ansonsten sehr vermissen mag. Bereits nach zwei Tagen begann Ahmad damit uns auf eine Erkundung durch die Gegend zu schleppen. Anfangs war es natürlich nervig, aber die Schönheit der Türkei war trotzdem jede Minute wert, die wir dafür aufbrachten.
Nachdem wir auf einem großen Basar in Side waren, der ehrlich gesagt mehr ein Erlebnis war, als ein Einkauf, fuhren wir auf eine mehrtätige Tour zu den Kalkterassen von Pamukkale. Auch das war ein absolutes Erlebnis. Ein ähnliches Naturschauspiel hatte ich bisher noch nicht live gesehen. Sicherlich man kennt diese Orte aus dem Fernsehen, aber in Natura haben sie ein ganz anderes Flair.
In Side gab es natürlich auch noch viele anderen Sehenswürdigkeiten, die wir aber nicht wirklich realisieren konnten. Der Basar hatte uns schon ein wenig angestrengt, und lieber hätten wir eine Pause gemacht, aber Ahmad erwies sich als außerordentlich ausdauernder Reiseleiter.
Eine Raftingtour am nächsten Tag kostete dann vorerst die letzte Kraft. Busfahrt, 2 Stunden Rafting, durch eine schöne, und abenteuerliche Gegend, von der man aber wenig mitbekommt. Man ist vollende mit dem Boot beschäftigt, und sorgt dafür nicht umzukippen, was natürlich nicht immer funktioniert, aber wenigstens sorgte das kalte Wasser für einen „Hallo wach Effekt“
Im gesamten war der Urlaub ein vollkommenes Erlebnis. Wirklich Ruhe hatten wir kaum, und auch das Essen war ein wenig gewöhnungsbedürftig. Ahamad war immer ein wenig beleidigt wenn wir Speisen bestellten, die wir kannten, aber mit türkischem Essen kenne ich mich nicht aus, und ehrlich gesagt bin auch ziemlich kompliziert was das Essen angeht. Jedenfalls gab es unheimlich viel zu sehen, und die Menschen, auf die wir trafen erfüllten so gar kein Klischee, das man hierzulande hört. Freundliche Menschen, und ein gastfreundliches Land boten sich uns feil. Auch wenn die Folgekosten, wie Führungen, Einkäufe, Touren usw. nicht gerade ein Schnäppchen waren, so haben wir in den zehn Tagen, die wir dort waren mehr gesehen, als so mancher Pauschaltourist, der die ganze Zeit am Strand liegt. Es lohnt sich auf jeden Fall eher, als Ballermann und Co.
