Bezauberndes Lykien

Fernab von Massentourismus und überfüllten All-Inclusive-Hotels hat die lykische Küste sowohl Kulturfreunden als auch Naturliebhabern und Sonnenanbetern eine Menge zu bieten. Für mich war es die erste Türkei-Reise. Mein Lebensgefährte hatte die Türkei mehrmals bereist und unsere Route auch ganz individuell geplant.

Antalyas schöner Altstadtkern

Wir starteten unseren Urlaub in Antalya. Dort verbrachten wir zwei Nächte in einem sehr gepflegten und gemütlichen Hotel, das sich mitten in der Altstadt befand. Während der neuere Stadtkern Antalyas nicht viel reizvolles zu bieten hat, ist der alte Kern der Stadt wunderschön und sehr sehenswert. Hier besuchten wir auch einen Hamam – das bekannte türkische Bad. Insbesondere vor Antritt eines Badeurlaubes ist dieser Waschvorgang besonders empfehlenswert, da die Haut durch ein Peeling zart geglättet wird und so ebenmäßig auf schonendes Sonnebaden vorbereitet wird. Männer und Frauen werden getrennt voneinander von dem Hamam-Personal eingeseift und gewaschen. Die Damen, die mich behandelten waren sehr witzig – wir hatten eine Menge Spaß.

Phaselis – Spiegel der Geschichte

Nach zwei Tagen Antalya ging es mit einem Mietwagen weiter Richtung lykische Küste. Unser Ziel war das verschlafene Örtchen Kas, das rund vier Autostunden von Antalya entfernt ist. Auf dem Weg dorthin machten wir unter anderem Halt in der versunkenen Stadt Phaselis. Im Jahre 333 v. Chr hat Alexander der Große hier überwintert. Die heute noch sichtbaren Ruinen stammen aus der römischen Zeit, darunter ein Theater, Bäder, eine Agora, ein Aquädukt vom Berg Olympos und ein zu Ehren des Kaisers Hadrian errichtetes Marmortor.

Kas – Auf den Spuren der Hippies im verträumten Fischerdörfchen

Entlag einer steilen Serpentinenstraße führt der Weg weiter nach Kas. Kas gilt auch heute noch als absoluter Geheimtipp und ist wegen seiner etwas größeren Entfernung zu den Flughäfen Antalya und Dalaman touristisch nicht sonderlich überlaufen. Die Einheimischen legen hier Wert auf Ruhe und die Händler zeichnen sich hier in ihrem Werben um kaufende Touristen nicht durch Penetranz aus. Kas ist auch bei Tauchern und Seglern sehr beliebt. In den sechziger und siebziger Jahren war das verträumte Fischerdörfchen wegen seiner schweren Erreichbarkeit – im Schutz der Berge zur damaligen Zeit nur über Eselspfade zu erreichen – eine beliebte Anlaufstelle für Aussteiger und Hippies. Einige davon sind heute noch in Kas ansässig und betreiben urige Bars und kleine Handwerksläden.

Schöne Strände und verträumte Buchten

Von Kas aus sind sowohl per Auto, Dolmus (türkisches Sammeltaxi) als auch Boot zahlreiche Tagesausflüge möglich. Einer der beliebtesten Strände in der Nähe von Kas ist der Kaputas Strand, der sich durch seinen feinen Kies und glasklares Wasser auszeichnet. Ein besonderes Badeerlebnis bietet außerdem der weitläufige, sandigen Patara Strand, der ca. eine Autostunde von Kas entfernt ist und der durch seine zahlreichen Wasserschildkröten bekannt ist, die sich allerdings aufgrund ihres scheuen Naturells lieber in der Dämmerung blicken lassen.

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