Türkei Steinzeit bis Antike

Das älteste Siedlungsgebiet der Türkei findet man in Südost-Anatolien. Hier liegt ein Teil des legendären Mesopotamiens, des durch Euphrat und Tigris geprägten Zweistromlandes. Schon die Neandertaler und andere Völker lebten hier etwa 7000 Jahre v. Chr. und hinterließen eindrucksvolle Zeugnisse ihres Schaffens in Form von beispielsweise Felsmalereien und Rundhäusern aus Stein und Ton. 3000 v. Chr. gab es bereits erste feste Siedlungen ehemaliger Nomadenstämme. Zu den auch heute noch bekanntesten dieser bronzezeitlichen Siedlungen gehört Troja, die von Heinrich Schliemann entdeckte sagenhafte Stadt, um die sich bis heute zahlreiche Legenden ranken. Gegründet wurde die Stadt wahrscheinlich von den Hethitern, die etwa 2000 v. Chr. ihr Reich im heutigen Anatolien manifestierten. Ihre Sprache ist die älteste bekannte indogermanische Sprache, ihre Mythologie beeinflusst von Babyloniern und Hurritern. Sie waren es auch, die die Keilschrift und die Hieroglyphenschrift nach Kleinasien brachten.


Auch griechische Stämme wurden ab etwa 1500 v. Chr. auf die Lage und die geografischen Besonderheiten der heutigen Türkei aufmerksam. Vor allem entlang der Mittelmeer- und Ägäisküste entstanden über Jahrhunderte griechische Siedlungen und Kolonien (z.B. Ephesos), die einen regen Handel mit den griechischen Stadtstaaten und Völkern des Vorderen Orients betrieben. Selbst heute noch findet man bei archäologischen Grabungen immer wieder auch Überreste griechischer Siedlungen, die von einem relativ friedlichen Miteinander, dem Alltagsleben ihrer Bewohner und ihrem regen kulturellen Treiben erzählen.

Etwa im 5. vorchristlichen Jahrhundert fiel Kleinasien weitestgehend unter persische Herrschaft und wurde so zu einem Teil des persischen Großreiches, das die türkische Kultur noch lange prägen sollte. Erst Alexander dem Großen gelang es 334 v. Chr., große Teile der heutigen Türkei wieder unter hellenistische Herrschaft zu bringen. Sein Großreich, das bis nach Ägypten und Indien reichte, zerbrach nach seinem Tod und zerfiel in einzelne Diadochenstaaten. Auch Kleinasien wurde unter mehreren Herrschern aufgeteilt. Mit der Schwächung der Diadochenreiche gelang es den Römern ab dem 2. Jahrhundert v. Chr., die Südküste Kleinasiens zu erobern. Zahlreiche gut erhaltene Theater, Bäder und Tempel zeugen auch heute noch von ihrem reichen kulturellen und wirtschaftlichen Leben. Römische Bauten sind überall an der türkischen Südküste zu finden und ziehen Jahr für Jahr Millionen von Touristen und zahlreiche Archäologen an.

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