Türkische Küche, Türkische Rezepte

Kaum eine Küche ist so vielfältig, aromatisch und gesund wie die türkische Küche. Die meisten Deutschen wird das überraschen, kennen sie doch vor allem Döner Kebab und die türkische Pizza, die Pide. Dabei blickt die Türkei bereits auf eine sehr lange und reiche kulinarische Geschichte zurück. Schon zur Zeit der Seldschuken wusste zum Beispiel jeder türkische Militärbefehlshaber, dass Soldaten mit vollem Bauch besser kämpfen. Der Suppenkessel war den Soldaten deshalb auch genauso heilig wie ihre Regimentsfahne. Was vielleicht auch daran lag, dass der Verlust des Suppenkessels mit dem Verlust des Lebens einhergehen konnte.




Die türkische Küche weist vor allem im Süden des Landes große Ähnlichkeit mit der griechischen Küche auf. Hier finden sich beispielsweise Grillgerichte, die auch die griechischen Nachbarn gern verspeisen. Die Küche der Türkei aber nur auf die Ähnlichkeit mit der Küche Griechenlands zu beschränken, würde ihr nicht gerecht werden. Vielmehr finden sich auch viele Einflüsse vom Balkan, aus dem persischen und indischen Raum sowie aus der islamisch-arabisch geprägten Kultur. Kein Wunder, das Osmanische Reich erstreckte sich ja auch von Bagdad bis nach Tripolis, von Budapest bis Kairo. In diesem Imperium lebten allein schon aufgrund seiner riesenhaften Ausdehnung immer viele verschiedene Nomadenstämme und Völker, die alle ihren Teil zur multikulturellen türkischen Küche von heute beitrugen. Nicht zu verachten ist dabei auch die Leistung der Palastküche des Sultans: die Köche waren angehalten, immer wieder mit neuen, aufregenden, kreativen Kleinigkeiten zu überraschen. Auf Befehl des Sultans mussten sie immer aufwändigere Festmahle ersinnen, um den Herrscher, seine Haremsdamen und vor allem seine ausländischen Gäste bei Laune zu halten. Diese berichteten dann auch bereits im 17. Jahrhundert - während der 30jährige Krieg im Deutschen Reich unzählige Hungertote forderte - von opulenten Festmahlen, die sich über mehrere Tage hinzogen und die exotischsten Speisen und Getränke auf kreativste Weise boten. Übrigens: was wir heute als türkische Küche kennen und schätzen, war vor nicht allzu langer Zeit nur dem feinen Gaumen des Sultans und seinen Gästen vorbehalten. Viele der heute auch in kleinen Imbissen und Restaurants angebotenen Gerichte wurden einst in der Palastküche erdacht.

Man mag es kaum glauben, aber auch der Harem des Sultans hatte entscheidenden Einfluss auf die türkische Küche. Türkische Frauen durften nämlich nicht versklavt werden und landeten dementsprechend auch nie im Harem des Sultans. Stattdessen fand man dort vorrangig Frauen und Mädchen aus den Ländern und Gebieten, die erobert worden waren. Diese Frauen brachten natürlich ihre Traditionen, Bräuche und vor allem ihre kulinarischen Vorlieben mit. So verwundert es auch nicht, dass sich, je nach Favoritin des Sultans, mal russische, mal armenische und sogar einige chinesische Einflüsse in der Küche und Palastkultur wieder fanden. Bis heute bereichern diese Einflüsse die türkische Küche, über deren untadeligen Ruf so manche türkische Tante und Großmutter mit Argusaugen wacht.

Türkische Rezepte:

» Ajvarquark
» Couscous-Salat mit knackigem Gemüse
» Bulgur-Auflauf mit Schafskäse
» Babaghanousch
» Baklava
» Cacik
» Coban Salatasi
» Dolmasi
» Fladenbrot
» Iskender Kebab
» Menemen
» Türkische Pizza / Lahmacun
» Borek (Türkische Teigtaschen)
» Gefüllte Auberginen (Karniyarik)